Das Jahr 1986
Ausflug nach Helgoland
Nach Trinis Wechsel vom Schlagzeug ins Management der Band lief den
Hosen im Januar Wölli über den Weg. Eine glückliche Fügung. Denn damit
hatte die Band neben Kuddel endlich noch einen Musiker an Bord, der
mehr als nur eine vage Ahnung hatte, wie man mit seinem Instrument
umzugehen hat.
Zelten in Wackersdorf
Deshalb machte man sich im Mai auch daran, das dritte Album
einzuspielen. "Tempo aus dem Spiel nehmen und über den Kampf ins
Finale gelangen", lautete Trinis Anweisung zur Spielweise. Hinterher
stellte die Band dann jedoch ernüchtert fest, daß man zwar eine
ordentliche Produktion vorweisen konnte, aber alles doch viel zu
glattgebügelt klang. Die nachfolgende Tour bot die Möglichkeit zu
beweisen, dass ihnen noch lange nicht die Luft ausgegangen war. "So
lange Johnny Thunders lebt, so lange bleib ich ein Punk, so lange es
was trinken gibt, dauern alle unsere Feste an", hieß es im "Wort zum
Sonntag". Um dem Aufruf zur Massenkopulation in "Hofgarten" endlich
ein wenig Nachdruck zu verleihen, warf die Band an jedem Abend der
Tour hunderte von Kondomen ins Publikum. Das gewünschte Ergebnis blieb
jedoch aus, jedenfalls für die Band.
Einer der Tourneeschauplätze war das Konzert auf Helgoland, das zwar
aufgrund einer polizeilichen Verfügung abgesagt werden mußte, von den
Hosen aber kurzerhand in ein Fußballspiel umgewandelt wurde. Man
kickte unter den verwirrten Blicken von mehreren hundert
Ordnungshütern. Ein weiterer Highlight des Jahres war der Auftritt auf
dem Anti-WAA-Festival in Burglengenfeld: Die Toten Hosen, die deutsche
Rockoberliga und 100.000 Zuschauer, waren alle selig vereint - zu den
Klängen von "Ficken, Bumsen, Blasen".
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